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5 min

Expedition Oman: Eine Reise, die dich verändert

Orient & Marokko
Julia Tischler-Metzner
20.6.2026
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Ein Erfahrungsbericht von Julia Tischler-Metzner

# Tischler Reisen Team Produkt & Marketing

In unserer Branche wird seit Jahren eine Frage gestellt, dieauf den ersten Blick einfach klingt und doch selten wirklich beantwortet wird: Wasist Luxus?

Kaum eine Diskussionsrunde, kaum ein Qualitätsbericht, kaumein Whitepaper kommt ohne diese Frage aus. Meist führt die Antwort zuPremiumhotels, außergewöhnlichen Genussmomenten, privaten Erlebnissen undexklusiven Rückzugsorten. All das kann berühren. Es kann entschleunigen,regenerieren und für einige Tage eine wohltuende Distanz zum Alltag schaffen.

Aber verändert es uns wirklich?

Oft bleiben wir Beobachter. Wir genießen, staunen, sammelnEindrücke – und bleiben doch auf Abstand. Manchmal sogar auf Abstand zu sichselbst.

 

Eine Einladung in die Stille

Auf der Suche nach einer eigenen Antwort auf diese Frageerreichte mich die Einladung meines Kollegen Philip zu einer besonderen Reisein das Sultanat Oman. Mit seiner Agentur vor Ort gestalten Philip und sein Teamnicht nur außergewöhnliche Oman-Reisen. Sie entwickeln Formate, die tiefergehen. Reisen, die nicht nur Erinnerung sein sollen, sondern etwas in denMenschen auslösen.

 

Expedition Oman – von Muscat nach Salalah


Eine fünftägige Durchquerung der Rub al Khali, des sagenumwobenen „LeerenViertels“. Mehr als 1.700 Kilometer, davon über 850 Kilometer im Gelände – alsSelbstfahrer.

Hand aufs Herz: Ich habe mich sehr über diese Möglichkeitgefreut. Und trotzdem blieb die Skepsis.

Ich kann gut auf den Komfort eines Hotels verzichten. AberSchlafsack statt Daunendecke? Ein feuchter Waschlappen anstelle einer warmenBadewanne? Ein Loch im Wüstensand als Toilette? Für mich klang dieses Angebotzunächst eher nach Arbeit als nach Luxus.

Und doch habe ich mich einige Wochen später auf den Weggemacht. Nicht, weil ich genau wusste, was mich erwartet. Sondern weil ichherausfinden wollte, was diese Erfahrung mit mir machen würde.

 

Von Muscat in die Weite

Gemeinsam mit Philip und seinem Team, mit Abdullah – demwohl erfahrensten und entspanntesten Tourleader des Mittleren Ostens –, miteiner unglaublich herzlichen omanischen Support-Crew, mit Deepak vom The ChediMuscat und Joakim vom Shangri-La Barr Al Jissah Muscat, die ich bis dahin nurin Anzug und Krawatte kannte, sowie einer kleinen Gruppe handverlesenerReiseveranstalter brachen wir auf.

Als Kollegen und Teilnehmer eines FAM-Trips starteten wir imvergangenen Februar in Muscat. Als Freunde, die ein prägendes Erlebnis fürimmer verbindet, kamen wir einige Tage später in Salalah an.

Es gibt Reisen, die man erlebt. Und es gibt Reisen, dieetwas freilegen.

Diese Expedition gehörte zur zweiten Kategorie.

 

Fünf Tage, die nachwirken

Da ich es selbst kaum besser beschreiben könnte, möchte ichan dieser Stelle Philips eigene Worte teilen. Er hat sich mit uns auf die Reisebegeben, um sein eigenes Produkt zu erleben – nicht von der Seitenlinie aus,sondern als Teil des Moments.

 

Tag 1: Die Kontrolle verlieren

Panik. Kein Empfang. Kein Zugriff auf E-Mails. Keine Struktur. Keine Kontrolle.Das Gefühl, sich selbst zu verlieren.

 

Tag 2: Loslassen

Nicht, weil man es will, sondern weil man es muss. Die Verbindung zur Außenweltist unterbrochen. Alles, was bleibt, ist die Verbindung zu sich selbst.

 

Tag 3: Stille

Nicht nur um uns herum, sondern auch in uns. Die Welt wurde größer, dieGedanken ruhiger. Und plötzlich war da ein Gefühl von Glück. Goldene Dünen, diesich wie Meereswellen im Wind bewegten. Ein Himmel, in dem man sich verlierenkonnte. Und man selbst – ohne Filter, ohne Ablenkung, ohne Rolle.

 

Tag 4: Der Wunsch zu bleiben

Irgendwann kam der Moment, in dem niemand mehr wirklich weg wollte. Nicht fürimmer, aber auch nicht jetzt. Doch Expeditionen sind nicht zum Bleiben da. Sieenden, sobald das Ziel erreicht ist – und unser Ziel war Salalah. Langsam wurdeklar, dass alles, was wir sahen, fühlten und dachten, nie wieder auf genaudiese Weise zurückkehren würde.

 

Tag 5: Die Rückkehr

Als die ersten Lichter der Zivilisation auftauchten, meldete sich auch die Weltzurück. Das Telefon summte, blinkte und piepste. Es erinnerte an alles, was mangerade vergessen hatte. Und plötzlich war da nur ein Wunsch: zurück in dieStille, zurück in die Weite, zurück zu sich selbst.

 

Was bleibt?

Philip schrieb nach der Reise, er habe sich vorgenommen,dass sich etwas ändern würde. Das Handy öfter wegzulegen. Mehr in der realenWelt präsent zu sein. Doch die Welt da draußen ist laut, schnell undunerbittlich. Alte Gewohnheiten kehren zurück, kleine Fluchtversuche ebenso.

Was bleibt, ist vielleicht keine vollständig neue Versionvon uns selbst. Aber eine Erinnerung. Ein Vorgeschmack auf Freiheit. Ein Momentder Wahrheit.

Und vielleicht ist genau das genug.

 

Der Luxus einer Campingdusche

Wie beschreibt man ein Gefühl, das keinen Namen hat?

Welcher Gast wagt es, rund 12.000 Euro pro Person für eineExpedition auszugeben, ohne genau zu wissen, was vor ihm liegt – und dabeibewusst auf nahezu jeden gewohnten Komfort zu verzichten?

Es ist schwer zu erklären, warum sich eine einfacheCampingdusche in diesem Moment luxuriöser anfühlen konnte als jede Poolvillader Welt. Warum keine Mahlzeit je so gut geschmeckt hat wie jene, die unserKoch Abood über dem Lagerfeuer in der Wüste zubereitete. Warum ein Schlafplatzunter freiem Himmel mehr Geborgenheit geben kann als ein perfekt gemachtesHotelbett.

Wenn mich Menschen fragen, wie diese Reise war, antworte ichoft nur: „Gut.“

Aber dieses Wort ist viel zu klein für das, was dieseExpedition war.

Denn es war nicht nur eine Reise durch den Oman. Es war eineReise in die Stille. In die Weite. Und an einen Ort in uns selbst, den wir imAlltag viel zu selten erreichen. 

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